Naturdenkmäler

Zu den Naturdenkmälern und Naturschönheiten im Ortsgebiet zählen

  1. die »Sieben-Quellen-Schlucht«, die mit ihren größeren und kleineren Ausbuchtungen und den über ein Dutzend zählenden Wasseraustritten ein malerisches Naturschauspiel seltener Art bildet.
  2. Im ehemaligen Winkelgraben an der Nürnberger Straße befindet sich eine Eiche, die als geschütztes Naturdenkmal gekennzeichnet ist. Der Winkelgraben, der noch vor dem Zweiten Weltkrieg als Örtlichkeit für Viehmärkte diente, ist jetzt teilweise aufgefüllt und bebaut. Die geschützte Eiche gehört zu den sechs Bäumen, die A. Rohn in sein Heimatbuch aufgenommen hatte. Als „Naturdenkmäler“ erwähnte er einen alten Nußbaum mit 4,75 m Stammdurchmesser und einen Kornelkirschenbaum im Pfarrgarten, eine schöne Linde am alten Schießplatz, eine besonders gewachsene Föhre im Hagen und zwei mächtige Eichen im Winkel. Der größere Baum in der Nähe der Winkelbrücke hatte seinerzeit einen Stamm von 4,20 m Umfang. Er wurde beim Hausbau Krieglstein (Brückenstraße 20) vor ca. 20 Jahren gefällt. Die Jahresringe zeigten das beträchtliche Alter von 495 Jahren an. Von den „Naturdenkmälern“, die A. Rohn vor 50 Jahren beschrieb, existiert nur noch die erwähnte Eiche an der Nürnberger Straße. Ihr Alter dürfte auch mehrere Jahrhunderte betragen.
  3. Auch im »Eichenwald« am West- und Nordhang des Hunnenberges gibt es eine Reihe prächtiger Eichen mit fast meterdicken Stammdurchmessern. Von den Bänken an der Westseite bietet sich ein schöner Blick über den Winkel (Nürnberger Straße) hinweg auf den Oberen Markt mit der Kirche, den Häusern an der Rathausgasse und dem Schloß sowie auf den Unteren Markt nach Nordwesten. Der Eichenwald ist durch Pfade zugänglich gemacht. Vor wenigen Jahren war hier noch kein Unterwuchs vorhanden, da die Hänge als Weidegelände für Kleinvieh, vornehmlich Ziegen, benutzt wurden.
  4. Abgegangene Naturdenkmäler. Bäume dienten früher häufig als Wahrzeichen und Erkennungsmerkmale. Allgemein bekannt war der »Soßbirnbaum« an der Weinzierleiner Straße, der den Ortsrand von Roßtal markierte. Auch die Linden auf dem Marktplatz hatten eine besondere Bedeutung. Sie wurden in älteren Archivalien immer als „zum Schloß gehörig“ bezeichnet. Vermutlich waren sie Rechtssymbole, da dem Schloßbesitzer eine eigene Gerichtsbarkeit zugestanden hatte. 1935 wurden die Linden entfernt. Der Marktplatz, damals »Schlageterplatz« genannt, mußte für Aufmärsche freigemacht werden.
  5. Roßtal ist seit jeher reich an Obstbäumen, die besonders zur Blütezeit das Ortsbild verschönern. Leider mußten in den zurückliegenden Jahren die in den Äckern und an den Straßenrändern befindlichen Bäume der Motorisierung weichen. Auf einer Vermessungskarte ist aus den Signaturen erkennbar, daß in vielen Flurstücken vom Hagen bis fast zur Waldgrenze im Süden Obstbäume angepflanzt waren. Am 14. März 1933 wurden alle Obstbäume der Gemeinde gezählt. Es handelte sich um folgende Obstsorten:
    • Zwetschgen und Pflaumen 3377,
    • Apfelbäume 2311,
    • Birnen 1135,
    • Süßkirschen 232,
    • Pfirsiche 214,
    • Walnußbäume 126,
    • Sauerkirschen 101,
    • Mirabellen etc. 52.
    In den Zahlen waren auch die noch nicht ertragsfähigen jungen und die überalterten Bäume enthalten. Sie machten etwa ein Drittel der 7548 Bäume aus. Bemerkenswert ist der große Anteil der Zwetschgenbäume, die nahezu die Hälfte aller Obstbäume bildeten. In früherer Zeit wurden die Zwetschgen meistenteils nach Nürnberg zum Verkauf gebracht. Vor der Eisenbahnzeit brachte man sie per Schubkarren in die Stadt.

Quelle: Hans Kreutzer, in: ROSSTAL - Vergangenheit und Gegenwart, S. 369 f.