Zeittafel über weitere nennenswerte Ereignisse seit 1945

1945
Das Landratsamt verfügt noch in den letzten Kriegswochen den Bau eines Leichenhauses. Wegen der Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung wird der Kauf eines geeigneten Grundstückes zurückgestellt.

1947
Roßtal erhält die erste Drogerie (eröffnet durch den Heimatvertriebenen Triesel, Fürther Str. 1).

1948
Die Deutsche Bundesbahn lehnt die Errichtung einer Bahnhofswirtschaft ab, weil für rund 2800 Einwohner bereits 9 Gastwirtschaften zur Verfügung stehen, 20 m vom Bahnhof die Gastwirtschaft Schiffermüller entfernt (heute nur noch Metzgerei), und für die Reisenden kein Bedarf erkennbar ist.

1950
Gegen eine Stimme wird beschlossen, die Errichtung eines neuen Friedhofes der Kirchenverwaltung (Evang.-Luth. Pfarramt) zu überlassen. Dieser wird an der Trettendorfer Straße (heute Buchschwabacher Straße) mit einer kleinen Aussegnungshalle errichtet. Bereits der alte Friedhof um die Laurentiuskirche ist ein kirchlicher Friedhof und wird vom Evang.-Luth. Pfarramt unterhalten.
Das in der Volksschule (heute Grundschule) an der Schulstraße vorhandene öffentliche Wannen- und Brausebad wird wieder eröffnet.

1951
wird von der Gemeinde an der Fürther Straße ein Dienstgebäude für die Polizei errichtet. Der Landpolizei-Posten, bisher im „Schloß“ am Marktplatz untergebracht, erhält dort zwei Dienstzimmer und einen Haftraum. Außerdem wohnen vier Polizeibeamte mit ihren Familien in Dienstwohnungen in diesem Gebäude. Im Zuge der Neuorganisation wird 1962 der Polizei-Posten in Roßtal aufgelöst. Nach vorübergehender polizeilicher Betreuung durch die Landpolizei-Inspektion Fürth in Zirndorf wird Roßtal 1971 mit der Einrichtung einer selbständigen Landpolizei-Station in Stein in den Zuständigkeitsbereich dieser Polizeidienststelle eingegliedert.

1954
Der brutalste Bankraub, der je in Bayern bis dahin vorgenommen worden ist, ereignet sich am 26. Mai. Gegen 10.30 Uhr dringt der mit drei Pistolen und einem Totschläger bewaffnete 33jährige Kaufmann Kotschenreuther aus Nürnberg in die Roßtaler Zweigstelle der Sparkasse Cadolzburg am Marktplatz ein und streckt nach erbittertem Handgemenge den Sparkasseninspektor Hans Feldner aus Cadolzburg nieder. Auf der Flucht fällt dem Mörder noch der ihn verfolgende Kaufmann und Eigentümer des Sparkassenraumes Karl Haas zum Opfer. Beim Verhör in der Polizeistation Roßtal feuert der Mörder mit einer bis dahin unentdeckten Pistole auf einen Polizeibeamten, ohne ihn allerdings zu treffen. Durch einen am gleichen Tag gefaßten Beschluß fordert der Marktgemeinderat für Verbrechen dieser Art die Wiedereinführung der Todesstrafe.

1958
Auf Vorschlag des Obst- und Gartenbauvereins Roßtal und Umgebung wird erstmals ein Blumenschmuckwettbewerb durchgeführt und dann in den folgenden Jahren wiederholt. Diese Veranstaltung regte viele Hausbesitzer an, auch heute noch ihre Vorgärten und Fenster mit Blumen und dergleichen zu schmücken.

1962
Im Oktober Besuch einer Reisegesellschaft mit 80 Personen aus Frankenmuth/USA.

1963
In Roßtal wird die staubfreie Müllabfuhr eingeführt. Die Gemeinde beschafft die Mülleimer und überträgt die Abfuhr einer Privatfirma. Der Landkreis übernimmt 1968 die Müllabfuhr als eine vom Gesetzgeber zugewiesene Aufgabe und errichtet zunächst in Leichendorf eine Mülldeponie. Einige Jahre später wird in Oberasbach eine moderne Müllverbrennungsanlage in Betrieb genommen.
Der pferdebespannte Leichenwagen wird durch ein von der Gemeinde beschafftes motorisiertes Fahrzeug (Volkswagen) ersetzt.

1968
An der Wegbrückenstraße wird ein Kinderspielplatz angelegt.

1972
Im Oktober wird nach zweijähriger Bauzeit das am Marktplatz errichtete Rathaus in Betrieb genommen, nachdem aus Platzmangel im alten Rathaus die Sitzungen des Marktgemeinderates seit 1968 im Jugendraum der TVR-Turnhalle an der Jahnstraße stattfinden. Jahrelange Vorverhandlungen des Marktgemeinderates, die sich zunächst mit der Standortfrage befassen, gehen voraus. An der Spitzweed wird die Fischhabersche Scheune erworben. In namentlicher Abstimmung entscheidet im Marktgemeinderat eine knappe Mehrheit für den Standort am Marktplatz. Das ehemals Haassche Anwesen wird am 2.9.68 gekauft. 1970 fällt ein altes Baudenkmal der Spitzhacke zum Opfer. Im alten Rathaus findet u. a. die Arbeiterwohlfahrt eine Bleibe für die Errichtung einer Alten-Tagesstätte.

1973
An der Fürther Straße nimmt die Oberpostdirektion eine neue Ortsvermittlungsstelle in Betrieb. Nach jahrelanger Wartezeit erhalten sehr viele Einwohner einen Fernsprechanschluß.
In der Turnhalle des Turnvereins Roßtal findet am 28. September eine von 700 bis 800 Personen besuchte Bürgerversammlung statt. Die Turnhalle ist restlos überfüllt. Viele Bürger finden keinen Einlaß. In der Versammlung wird beschlossen, eine Bürgerinitiative gegen die Errichtung eines Rangierbahnhofes im Raume Roßtal zu gründen. Was veranlaßt zu dieser Aktion?
Die Deutsche Bundesbahn hatte ursprünglich die Absicht, westlich der Neubaustrecke Feucht-Roth einen Rangierbahnhof zu errichten. Aufgrund eines Beschlusses des Bayer. Landtages wurde die Deutsche Bundesbahn zur Vorlage weiterer Standortvorschläge im Raum Nürnberg aufgefordert. Einer der in Aussicht genommenen Standorte ist der Raum Roßtal-Heilsbronn. Für eine Leistungsfähigkeit von täglich 16000 Waggons beträgt der Flächenanspruch 400 ha. Das Projekt selbst wird 8 km lang und 1 km breit sein. Für eine viergleisige Trasse Nürnberg-Roßtal, ein umfangreiches Straßennetz, Umspannwerk mit 110-kV-Leitungen, Wagenreinigungsanlage, Betriebswagenwerk und Wohnungen für die Bediensteten werden zusätzlich 200 bis 300 ha Fläche benötigt. Um das Vorhaben ist es inzwischen still geworden. Das Aktionskomitee wird 1979 aufgelöst.

1974
Im 500. Jahr nach der offiziellen Schulgründung in Roßtal und nach einer Bauzeit von knapp 14 Monaten kann am 4.12.1974 die neue Hauptschule mit Doppelturnhalle an der Wilhelm-Löhe-Straße fertiggestellt werden. Die Bürgermeister der Schulverbandsgemeinden, Behringer aus Buchschwabach, Galsterer aus Großweismannsdorf, Schmidt aus Weitersdorf, Thummerer aus Weinzierlein und Wackersreuther aus Roßtal, übergeben die Anlage ihrer Bestimmung. Rektor der neuen Hauptschule wird Walter Hönel, zum Rektor der Grundschule wird Richard Preißel ernannt.

1975
Endlich, nach mehr als 45 Jahren, wird unter Bürgermeister Wackersreuther als Schulverbandsvorsitzendem das alte Schulhaus modernisiert.
Die Gemeinde erwirbt an der Unteren Bahnhofstraße/Sudetenstraße ein ca. 3000 qm großes Wiesengrundstück zur Anlegung eines Kinderspielplatzes und erteilt dem Nürnberger Gartenbau-Architekten Hahn einen Planungsauftrag.
Als Beitrag zum Jahr des Denkmalschutzes läßt die Gemeinde die Brunnenhäuschen am Marktplatz und beim westlichen Eingang zum alten Friedhof mit einem Kostenaufwand von 10000 DM renovieren. Die Brunnen sind beliebter Treffpunkt und Tummelplatz der Jugend. Bereits 1955 anläßlich der 1000-Jahr-Feier wurde eine Instandsetzung durchgeführt.
Am 26. Juni gegen 18 Uhr wird Roßtal von einem Unwetter mit starken Regenfällen ohne Beispiel heimgesucht. Es dauert etwa eine Stunde. Die Regenfälle sind so stark, daß sich auch ältere Bürger der Gemeinde nicht an ein ähnliches Unwetter erinnern können. Die Kanäle können die Wassermassen nicht fassen, so daß die schweren Schachtdeckel aus Gußeisen wie von Geisterhand gehoben und fortgetragen werden. Am stärksten wird das Sägewerk Krieglstein an der Winkelbrücke betroffen. Die Werkanlage einschließlich Keller und Büroräume stehen unter Wasser.
Am 17. September veranstaltet eine Reisegruppe aus Frankenmuth/USA in Begleitung der „Bavarian-Polka-Band“ unter Leitung von Marv Herzog in der Turnhalle des TVR einen „Bayerischen Abend“.
Aus der Hand von Landrat Dr. Sommerschuh erhalten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland: Diakonieschwester Wilhelmine Rögele, Konrektor Friedrich Winkler und die Marktratsmitglieder Thomas Bauer und Hans Gietl.

1976
Im Mai begeht die Freiwillige Feuerwehr Roßtal das Fest ihres 100jährigen Bestehens und feiert aus diesem Anlaß vier Tage lang. Aus der Arbeit der Wehr und über die Wehrgeschichte berichtet Hans Kreutzer in einer Festschrift. Landrat Dr. Sommerschuh in seinem Grußwort: „Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Roßtal haben in diesen Jahren in zahlreichen Übungen, besonders aber in manchen Ernstfällen ihre Opferbereitschaft unter Beweis gestellt. Wie keine andere Gemeinschaft dienen die Freiwilligen Feuerwehren in selbstloser Weise der Rettung des Mitmenschen und seiner Habe unter Einsatz aller Kräfte bis zum Risiko der Gesundheit und des Lebens.“

1977
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Ortsgruppe Roßtal, errichtet auf dem kirchlichen Friedhof an der Buchschwabacher Straße einen „Vertriebenengedenkstein“.

1978
Anläßlich einer Marktratssitzung werden der 3. Bürgermeister Hans Schmidt, der frühere 2. Bürgermeister der Gemeinde Weitersdorf, Michael Dorn, und der ehemalige Kassier der Gemeinde Weitersdorf, Willi Bittel, mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Der aus dem Markt Roßtal und den Gemeinden Buchschwabach, Großweismannsdorf, Weinzierlein und Weitersdorf bestehende Schulverband Roßtal wird durch die Gebietsreform aufgelöst. Die ehemalige Verbandsschule ist nun eine gemeindliche Volksschule. Die Schulden in Höhe von DM 4.391.000 muß der Markt Roßtal übernehmen.

1978
Gemeindegebietsreform in Bayern. Sie bildet auch bei uns eine leistungsfähige Kommune und überträgt den Gemeinden auch neue Aufgaben. Der Markt Roßtal wird neu gegliedert aus dem Markt Roßtal (Bgm Karl Schubert), Gemeinde Buchschwabach (Bgm Heinrich Behringer), Gemeinde Großweismannsdorf (Bgm Hans Bogendörfer), Gemeinde Weitersdorf (Bgm Hans Schmidt) und Gemeindeteilen der Gemeinde Weinzierlein (Bgm HermannThummerer). Dieser neuen Gemeinde wird bereits am 22.4.1977 (Stadterhebungstag von 1328) der Name "Roßtal" erteilt. Roßtal bleibt Markt und wird Kleinzentrum. Erster Bürgermeister des neuen Marktes Roßtal wird Karl Schubert. Der Kernort Roßtal hat nun 4348 Einwohner, die Marktgemeinde Roßtal gesamt 7372 Einwohner.

1978
Wappen und Gemeindefarben des alten Marktes Roßtal (Kernort) werden von der Regierung auf den neuen Markt Roßtal mit seinen 17 Gemeindeteilen übertragen. Roßtal feiert 650 Jahre Marktrechte

1979
Am 23.4.79 gegen 22.30 Uhr brennt das Gasthaus „Zur Sonne“, unmittelbar neben dem neuen Rathaus, nieder. Der unter Denkmalschutz gestellte Fachwerkgiebel auf der südlichen Straßenseite bleibt glücklicherweise erhalten. Die Brandursache wird auf ein zündelndes Kind zurückgeführt.
An der Spitzweed wird ein neues Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Ein neues Postamt, die Markt-Apotheke und eine Arztpraxis sind dort untergebracht. Bis es zum Neubau des bisher neben der Gastwirtschaft Eckert in der Schulstraße untergebrachten Postamtes gekommen ist, sind nahezu 10 Jahre auf der Suche nach geeigneten Ersatzräumen verstrichen. Seit Oktober gilt für den gesamten Bereich der Einheitsgemeinde Roßtal die Postleitzahl „8501 Roßtal“. Zu gleicher Zeit wird die Poststelle in Buchschwabach (8802) aufgelöst.
„Pflege und Erhaltung der Heimatlandschaft, Pflege der Heimat- und Landeskunde, Förderung der Volkskunst sowie Errichtung einer heimatkundlichen Sammlung“, so lautet das Ziel, das sich der am 8. Mai 1979 in der Gastwirtschaft „Kapellenhof“ gegründete „>Heimatverein Markt Roßtal e.V.“ in seiner Satzung gesetzt hat. Der Verein wird erstmals während des Martinimarktes im Gründungsjahr durch eine Verkaufsveranstaltung im Rathaus aktiv tätig.
Vorsitzender des Heimatvereins ist Bürgermeister Karl Schubert; sein Stellvertreter der 1. Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Dieter Koerber.

1979
Gründung des Roßtaler Musikzuges und des Heimatvereins Markt Roßtal e.V.

1980
Roßtaler Grundstücksbesitzer lehnen die Flurbereinigung ab

1985
Kindergarten in Großweismannsdorf (erster in einem Außenort)

1986
Beginn der Städtebauförderung in Roßtal mit der Altortsanierung, Erwerb des Heimatmuseums

1987
Beginn der Sanierung des Glockentürmchens (Ende 1989)

1990
Maximilian Gaul wird Erster Bürgermeister. Inbetriebnahme des Wasserwerkes in Buttendorf, Aufbau einer komplett neuen Wasserversorgung, Ende der Wasserversorgung aus der Roßtaler Quelle

1991
Partnerschaft mit der Stadt Thalheim im Erzgebirge. Der Bayerische Ministerpräsident hält in Roßtal seinen Familientag ab.

1992
Errichtung eines Alten- und Pflegeheims in Roßtal

1993
Ende der Sanierung der Schloßmauer (Beginn 1989), Modernisierung des "Alten Rathauses"

1995
Einweihung des Museumshofes durch Innenminister Beckstein. Generalsanierung, Umbau und Anbau Grundschule Roßtal, Einweihung durch Kultusministerin Hohlmeier. Sanierung der Brunnenhäuser (Beginn 1992). Erster gemeinsamer Flächennutzungsplan des neuen Marktes Roßtal

1997
Umbau und Aufstockung des erst 1972 errichteten Rathauses am Marktplatz, Einpassung ins Ensemble, Einweihung durch Innenminister Beckstein. Begründung der Partnerschaft mit Auzances in Frankreich

1998
Buchschwabach und Defersdorf erhalten eine neue SBR-Kläranlage, Einweihung durch Innenminister Beckstein

2000
Roßtal erhält vom Europarat das Europadiplom und wird Gemeinde Europas

2001
Großweismannsdorfer Friedhof wird erweitert

2002
Roßtal erhält als Gemeinde Europas zusammen mit Auzances die Ehrenfahne des Europarates

2002
Buchschwabach erhält einen eigenen Kindergarten und einen neuen Friedhof. Altortsanierung Rathausgasse. Altortsanierung Mauern Richtersgasse und Schulstraße