Erläuterung der Straßennamen

Hochstraße

Die Bezeichnung Hochstraße erinnert an die Benennung der alten Fernwege im Hochmittelalter. Auf ihnen bewegten sich die Herrscher mit ihrem Gefolge durch das Reich, wobei sie in den sogenannten Königshöfen und Pfalzen die laufenden Regierungsgeschäfte vornahmen. Residenzen im späteren Sinne gab es in der Frühzeit nicht. Auf diesen Hochwegen und Wagenstraßen, später Weinstraßen genannt, zogen in Kriegszeiten auch die Heere, wobei die Verpflegung für sie in den obengenannten Königshöfen bereitlag. Der noch wenig entwickelte Handel lief ebenfalls über diese Durchgangsrouten. Das Kastell Roßtal, von Widukind „urbs" (= Stadt) genannt, war ein bedeutender Knotenpunkt in diesem Verkehrsnetz, das vor mehr als 1000 Jahren über das Karolingerreich gespannt war. Der alte Hochweg von Roßtal zum benachbarten Königshof Schwabach im Süden verlief durch den Galgengraben an der Gerichtsstätte vorbei. Drei Flurstücke im äußeren Galgengraben tragen heute noch die uralte Bezeichnung „am Hochweg". Dieser führte außerhalb der Abzweigung „oberer und unterer Markt" in Richtung Großweismannsdorf. Der Weg am dortigen Friedhof vorbei trägt ebenfalls die Bezeichnung „Hochstraße". Die Bundesstraße 14 hatte mit den alten Fernwegen nichts zu tun.