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Alfred Steinheimer

Der Herrensitz Oedenreuth von 1616 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1868

Unter allen Ortsteilen, die heute zur Marktgemeinde Roßtal zählen, hatte Oedenreuth in seiner Geschichte wohl die geringste Bindung zum heutigen Kernort.

Der Ort, der im Laufe seiner Geschichte den Namen wechselte, hieß bis etwa 1700 Kleinreuth, aber auch Ebenreuth und war bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts ein Lehen, das vom Hochstift Bamberg vergeben wurde.

Obgleich der Pfarrei St. Laurentius in Roßtal zugehörig, wurde von den wenigen Einwohnern dort kein Zehnt für den Unterhalt der Kirche gefordert.

In den Registern, angefangen von einem der letzten katholischen Geistlichen hier, dem „Leutpriester“ Johannes Neff und weitergeführt auch nach der Reformation, wird Oedenreuth nur einmal genannt und zwar bei der Anlegung einer Zehntaufstellung im Jahre 1482. Pfarrer Neff schrieb: „Kleinreuth, dasselbstens hat der Pfarrer nichts als ein Bauer gibt dem Vicario auf das Capital 6 Heller.“ (Q 1)

Auch die rechtliche Zuständigkeit war unterschiedlich. Klein-Rewt, das zum burggräflichen Amte Roßtal zählte, war dem markgräflichen Richter in Roßtal nur in Fällen schwerer Rechtsverletzungen unterstellt; minderschwere Vergehen ahndete der Lehensinhaber am Ort und der Lehenspropst in Bamberg.

Aktenkundig ist ein Vorgang aus dem Jahre 1781, als der Roßtaler Richter wegen des Verdachts eines Obstdiebstahls den Amtsknecht nach Oedenreuth beorderte, um dort eine Hausdurchsuchung vornehmen zu lassen.

Der damalige Lehensinhaber Christoph Jakob Kreß von Kressenstein berichtete schon einen Tag später dem Lehenspropst in Bamberg von diesem rechtlichen Übergriff und dem Roßtaler Richter Johann Samuel Model ging unverzüglich von Bamberg ein Schreiben zu, in dem gegen „unnachbarlich und widerrechtliches Zudringen feierlichst protestiert“ wurde. (L 1)

Die Matrikelbücher der Pfarrei sind wenig ergiebig bei der Ermittlung der vom Bischof in Bamberg mit dem Gut Oedenreuth belehnten Familien.

Das liegt nicht allein daran, daß im 30jährigen Krieg gerade der Teil der Unterlagen verlorenging, der hätte Auskunft geben können; es ist vielmehr auch so, daß nicht alle Besitzer auch in Oedenreuth lebten und somit weder Geburten noch Sterbefälle aufgezeichnet wurden.

Der erste Name eines Leheninhabers ist einem Inventarverzeichnis über die Ausstattung der Pfarrei zu entnehmen. In dieser Aufzählung ist ein heute noch vorhandener Kelch beschrieben, der folgende Gravur trägt: „Georg Engelhard Rogenbach auf der Oedenreuth 30. Oktober 1618 um 4 Uhr vormittags geboren von Peter Engelhard Dietherr aus der heiligen Tauf gehoben worden, stiftet diesen Kelch in Gotteshaus zu Roßstall zum Gedächtnis den 20. Marty 1659“. (Q 2) Da das Taufbuch aus dieser Zeit fehlt, sind die Eltern dieses Georg Engelhard hier nicht nachweisbar.

Familiengeschichtliche Nachforschungen ergaben, daß der genannte Täufling der Sohn des Jobst Heinrich von Roggenbach und seiner Ehefrau Barbara, einer geborenen Kötzler von Reichelsdorf ist. Einem Hinweis in der unter (Q 8) aufgeführten Quelle zufolge, kann geschlossen werden, daß Jobst Heinrich von Roggenbach, der Pfleger zu Graf enberg und Doos war, im Jahre 1616 mit dem Gut Oedenreuth belehnt wurde. Er starb 1658 und wurde im Chor der Kirche zu Gräfenberg beigesetzt.

Dort in Gräfenberg schloß der im Jahre 1618 in Roßtal getaufte Georg Engelhard von Roggenbach am 4. August 1651 die Ehe mit Elisabeth Rosina, deren Nachname nicht vermerkt ist. (Q 3) Die Familie lebte auf dem Gut Oedenreuth.

In den Taufbüchern der Pfarrei Roßtal sind drei Kinder des Ehepaares aufgeführt, wobei der im Jahre 1653 geborene Georg Carl, als der Älteste, nach dem Tode des Vaters im Jahre 1680, die Mutter starb bereits 1675, das Lehen in Oedenreuth übernahm.

Von den insgesamt sieben Kindern in zwei Ehen des Georg Carl von Roggenbach überlebte kein Sohn. Die letzte in Roßtal eingetragenen Taufe eines Mädchens war im Jahre 1692. (Q 4)

Wenig später muß Georg Carl Roggenbach auf Oedenreuth entweder verstorben sein, im Sterbebuch der Pfarrei allerdings nicht vermerkt, oder auf sein Lehen verzichtet haben.

Die Kenntnis vom Freiwerden des Herrensitzes ist einem Zufallsfund in den Akten zu verdanken. (Q 5) Es ist nicht bekannt, ob es allgemein der Brauch war, daß Lehensinhaber mit der Übertragung eines Besitzes auch das Recht erwarben, in den Kirchen ihre Wappen anzubringen. Aus einem Briefwechsel des Roßtaler Pfarrers Johann Georg Vogtherr (1674–1697) mit dem Dekan Conrad Maier in Langenzenn, an den er sich in seiner Not wandte, schilderte er diesem, daß ein Herr von Roggenbach, der Vorname ist leider nicht erwähnt, „sich sehr graviert zeige“, daß das Familienwappen aus der Kirche entfernt werden sollte. Der Dekan wies den Pfarrer an, daß dies erforderlich sei und geschehen müsse und daß die Entfernung durch den Messner oder Heiligenpfleger erfolgen soll.

Als Nächstfolgender erhielt Johann Christoph von Lemp, wie in einem Salbuch des freiadeligen Sitzes zu Roßstall aus dem Jahre 1700 vermerkt ist, das Lehen. Von ihm existieren keine Angaben in den Matrikelbüchern der Pfarrei.

Johann Christoph von Lemp auf Oedenreuth muß im März des Jahres 1711 erstorben sein, weil die Kinder Johann Wilhelm, Septimus Andreas, Anna Margaretha, Sophia Ursula und Anna Maria nach diesem Zeitpunkt das Lehen weiterführen. (L 2)

Septimus Andreas von Lemp, der letzte der Herren von Lemp auf Oedenreuth, von den o. g. Geschwistern ist nichts bekannt, starb unverheiratet im Alter von 44 Jahren am 18. März 1738 in Oedenreuth.

Der Eintrag des Pfarrers im Sterbebuch ist ausführlicher gehalten. Neben einem Hinweis auf ein inneres Leiden des Verschiedenen berichtet er, daß die Beerdigung „bey großer Frequenz“ am 25. März 1738 um 6 Uhr früh im Chor der Laurentiuskirche stattfand. (Q 6)

Wie eine Kirchenrechnung zeigt (Q 7) gab es allerdings Probleme bezüglich der Ruhestätte des letzten Namensträger derer von Lemp. Die markgräfliche Verwaltung wollte einer Bestattung in der Kirche nur dann zustimmen, wenn „eine hinlängliche Stiftung zum Heyligen (Kirchenvermögen) von 50 Thalern bis 100 Gulden entrichtet werde“.

Die von Lemp'schen Erben, die nicht in Oedenreuth ansässig waren, wollten wegen dieser Forderung eine Bestattung im Friedhof und beauftragten den Notar Schüz aus Nürnberg eine Grabstätte im Roßtaler Friedhof auszusuchen. Das Standesbewußtsein der adeligen Familien, auch hier am Ort, mag den Sinneswandel bewirkt haben, daß die Erben schließlich doch 50 Gulden für einen Grabplatz in der Kirche stifteten.

Septimus Andreas von Lemp auf Oedenreuth fand somit seine Ruhestätte im Chor der Pfarrkirche „nächst der Thüre der Sacristey vormals die Gruft derer von Roggenbach“.

Der Pfarrer vermerkte weiter im Sterbebuch: „... mit ihm starb zugleich der Lemp'sche Stamm aus und fiel das Edenreuther Guth an das Bisthum Bamberg anheim.“ Das Verhalten der Erben läßt darauf schließen, daß es um die finanzielle Lage des Verstorbenen nicht besonders gut gestanden haben muß. Er hat offenbar mit einem größeren Kostenaufwand eine Reihe von baulichen Veränderungen und Verbesserungen am Oedenreuther Besitz vornehmen lassen, weil die Erben eine „Refundierung der in dieß Gut verwendeten Baukosten“ forderten. (Q 8)

Nach mehr als zwei Jahren Vakanz erhält das Gut einen neuen Herrn.

Im Jahre 1741 übergibt der Bamberger Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn, ein baufreudiger Bischof, in dessen Amtszeit von 1729–1746 mehr als 150 Kirchen neu errichtet oder barockisiert wurden, „seinem Getreuen Balthasar Christoph Kreß zu Nürnberg“, Oedenreuth als Zinslehen und dabei ist der Besitz wie folgt aufgeführt: Ein Herrenhaus, ein Gesindehaus, Roß- und Rinderstallungen, ein Gärtnerhäuslein und zwei Stadeln. (L 3)

Aus dem Zinslehen müssen, wie das Lehensverzeichnis vermerkt (Q 8a), Teile des Gutes bereits im Jahre 1754 vom Hochstift Bamberg an die Familie Kreß von Kressenstein verkauft worden sein. Ein weiterer Hinweis auf eine Akte im gleichen Verzeichnis läßt erkennen, daß im Jahre 1826 das Gut insgesamt in das Eigentum des Ulrich Kreß von Kressenstein überging. (Q 8b)

40 Jahre später, im Jahre 1866, die Ablösung von Lehen und die Aufhebung der Grundlasten war bereits vor rd. 20 Jahren in Bayern durchgeführt worden, werden Teile des umfangreichen Besitzes bereits wieder veräußert und im Jahre 1867/68 erwirbt der „Hofgärtner“ Georg Weiß aus Oedenreuth, wie ein Grundbuchauszug zeigt, das Wohnhaus mit Hofraum, die gemeinschaftliche Einfahrt, den „großen Garten“, den „Würzgarten“ und den „kleinen Wald“. Der Besitz, der im Laufe der Zeit eine Reihe von Veränderungen erfuhr, blieb in der Familie Weiß und in der Erbfolge übernahmen Georg Leonhard Weiß, Georg Wolfgang Weiß, Johann Weiß, Georg Weiß und schließlich der heutige Eigentümer Hans Weiß das vom Vorfahren, dem „Hofgärtner“ Georg Weiß und seiner Ehefrau Sophia Barbara, erworbene Gut.

Heute zeugt vom letzten adeligen Eigentümer des bambergisch-bischöflichen Lehens in Oedenreuth nur noch der Name der Gastwirtschaft „Kressenhof“.

Quellen:

Archiv der Evang.-Luth. Pfarrei St. Laurentius, Roßtal:
(Q 1)Akte Nr. 127
(Q 2)Akte Nr. 141
(Q 4)Geburts-, Sterbe- und Cop.-Register 1675–1738
(Q 5)Akte Nr. 136
(Q 6)siehe Angabe unter (Q 4)
(Q 7)Kirchenrechnungen 1738–1743
Gesellschaft für Familienforschung in Franken, Nbg.:
(Q 3)Die Nachforschungen übernahm dankenswerterweise Frau Marianne Gast, Roßtal
Staatsarchiv Nürnberg, Lehensaktenverzeichnis für Mittelfranken:
(Q 8)Ordnungsnummer 2194
(Q 8a)Ordnungsnummer 2194
(Q 8b)Ordnungsnummer 2193

Literatur:

(L 1)Adolf Rohn: "Heimatbuch von Roßtal und Umgebung", 1928, S. 11
(L 2)ebenda: S. 11
(L 3)ebenda: S. 10

Für die familiengeschichtlichen Hinweise bin ich Herrn Georg Weiß, Oedenreuth, zu Dank verpflichtet.


Sigel des Gotteshauses   Sigel des Gotteshauses zu Roßtal.
St. Laurentius mit dem Rost.
Benützt noch 1698.

Dieter Koerber

Der Grundbesitz des Heiligen von Roßtal

Unter dem Heiligen verstand man nicht nur den Kirchenpatron, in unserem Falle St. Laurentius, sondern auch die Kirchenstiftung. Bei jedem Kirchenbau und jeder Gemeindegründung, (z. B. bei Ausgliederung aus einem größeren Kirchensprengel), mußte sichergestellt sein, daß die Mittel zum Bauunterhalt von Kirche, Pfarrhaus, Mesnerhaus und evtl. Schulhaus, zur Besoldung von Mesner und Lehrer und zur Bezahlung der Verbrauchsgüter (Kerzen, Öl, Wein und Hostien, Meßgewänder, etc.) vorhanden waren. In der Regel diente dazu das Grundeigentum der Kirche, aber auch einzelne Rechte die ihr zugefallen waren, etwa Zehnten von Grundstücken, die nicht in ihrem Eigentum waren, aber ihr etwa durch eine Schenkung überlassen waren. Sie gehörten dann zur Ausstattung des Heiligen. Die Verwaltung geschah durch die Heiligenpfleger - zumeist waren es vier angesehene Gemeindeglieder - und mancher Flurname, wie Heiligenwald, Heiligenwiese, Heiligenbuck, verrät noch das alte Grundeigentum.

Der Unterhalt des Geistlichen mußte durch eine „Pfründe“ (Stiftung) gesichert sein. Diese ist nicht Gegenstand dieser Darstellung.

Die Güter aus der Grundherrschaft der Kirche hatten ihre Besitzer; sie konnten sie verkaufen oder vererben. Dann bekam die Kirchenstiftung den Handlohn; (der Besitz ging in eine andere „Hand“.) (Vergleichbar: Grunderwerbssteuer, Erbschaftssteuer). Sie betrug etwa 5% des Kaufwertes, in Erbfällen mußte, jedenfalls in späterer Zeit, durch das Richteramt der Wert ermittelt werden. Außerdem fiel jährlich der Erbzins an (die Grundsteuer) der wesentlich geringer war, zumeist einige Kreutzer, bei größeren Objekten auch einmal ein oder zwei fl (Gulden).

Viele dieser uralten Rechte der Kirche mußten nach den Wirren des dreißigjährigen Krieges erst wieder mühsam mit Hilfe des Richteramtes ermittelt werden. In den Akten des Pfarramts finden sich noch einzelne Listen von Handlohnfällen, die offenbar diesen Ermittlungen dienen sollten.

Erst das Königreich Bayern brachte dann die Aufhebung der meisten dieser adeligen und kirchlichen Grundherrschaften. Etwa ab 1820 wurden in Bayern die Urkataster erstellt. Das Blatt von Roßtal stammt aus dem Jahr 1827. Die Befreiung der Grundbesitzer wurde durch eine Ablösung in Höhe des l Sfachen Erbzinses erreicht.

Im Roßtaler Pfarrarchiv finden sich zwei Aktenstücke, die diesen Vorgang offenbar vorbereiten sollten:

  1. Verzeichnis der grundherrlichen Gefalle der Kirchenstiftung Roßtal von 1835. (Im Folgenden V genannt) und
  2. Designation über Handlohnsfixierung der Kirchenstiftung Roßtal vom 1. Jan. 1851. (Im Folgenden D genannt.)

Nach der langen Vorbemerkung nun die Aufzählung der einzelnen Stücke:

I.

Vermutlich nicht zum ältesten Ausstattungsgut der Kirche gehörten die folgenden Wiesengrundstücke, die nach unserem Begriff verpachtet waren. Bei manchen von ihnen läßt sich ein späterer Kauf vermuten oder nachweisen; in Notzeiten wird auch manchmal ein Stück wieder verkauft, was bei altem Stiftungsgut nicht leicht möglich war.

1. Die Wiese bei Schweinau

Seit "urdenklichen Zeiten" hat die Kirche eine Wiese von zwei Tagwerk "In Gibitzenhof, am Landgraben, ohnfern Schweinau" (Bei D mit l Tgw., 77 Dezimalen angegeben.) Eine Pächterfolge ist hier nicht zu ermitteln; in den Rechnungen heißt es nur "die von Schweinau" doch es gibt zwei Hinweise: a. 1730/31 gibt Christoph Steinbergs Wittib zu Schweinau ein Darlehen an die . Kirche von 400 fl zu 5% Zins, 'b. 1733/34 gibt Peter Wolf, dompröbstischer Hintersasse zu Schweinau 100 fl zur Abtragung eines Kapitals. Man hat in Notfällen offenbar die Pächter oder Besitzer von Kirchengut um Darlehen gebeten. Das wird uns noch öfter begegnen. Die Wiese wird erst um 1700 wieder aufgefunden. 1702 wird sie mit einer Hypothek belegt, zum Wiederaufbau des II. Pfarrhauses und der Turmspitze. Die Tilgung soll durch die Einnahmen aus der Bibertwiese, (S. I, 3) bezahlt werden. Die Wiese mußte 1942 an die "Hermann-Göhring-Werke" verkauft werden.

2. "Wiesennutz von der Moßpach"

auch Moselwiese, Muselwiese, am Moosbach oder Muselbach gelegen, (der in zwei Armen von der Stöckacher Höhe und von Buttendorf kommend bei Neuses die Bibert erreicht.) Es müssen wohl zwei Stücke gewesen sein, da nach den ältesten Rechnungen immer zwei Nutzer zahlen: je 17 1/2 Pfund 1507 - 22 Hans Burk von Clarsbach 1507 Wurmb zu Stöckach 1513 Eberlein zu Stöckach 1522 Hermann Reiter Die Wiesen müssen zwischen 1527 und 1730 an den Wirt zu Neuses verkauft worden sein: 1730: Zwei Tagw. Wiesen am Mosbach, Friedrich Schoener, (Wirt) von den Siebenkesischen Relikten (Hinterbliebene des Wirtes Siebenkees ) erkauft. Ein Jahr später übernimmt sie kurz ein Stud. iur. Siebenkees, dann sind sie wieder bei dem Wirt in Neuses. 1796 Stefan Volkert - Fürth. (Bes. des Wirtsgutes und der angeschlossenen Glasschleife. Vermutlich sind alle in V und D genannten Wiesen ursprünglich Moßwiesen. V: 1835 l Haus mit Wirtschaftsgerechtigkeit Erbzins 40 Kr. l Tagw. Wiese am Mosbach Erbzins 30 Kr. l Glasschleife, Handroßhandlohn 8 fl Babette Faber - Fürth l Tagw. Volkertische Wiesen zu Neuses Erbzins 30 Kr. D: 1851 Glasschleife mit Eingehörung l Tagw. 66 Dez Neuses Nr. 10 u. 11 Scherber Die Schleiferswiese 22 Dez PL Nr. 706 Weber, Neuses Nr. 19 Schleiferswiese 24 Dez 701 Rock, Gg. Buttendorf Nr . 6 22 Dez 706 Wiesen an der Schleif 19 Dez 702 am Pfaffensteig 25 Dez 705 Hörlein, Job. Buttendorf Nr. 13

3. „Im Bibertgrund bei der Bubenmühl“

3 Tagw. zwischen Herboldshof und Bubenmühle, D: 4 Tagw. 66 Dez 3/4 Tagw. über der Bubenmühle gegen Vinzenbronn Der Erwerb der Grundstücke ist im überschaubaren Zeitraum nicht zu ermitteln. 1506 und noch öfter zahlt Wiesennutz der Weiler zu Prünst.

4. Wiese zu Kehlmünz im Egelsee

D: l Tgw. 77 Dez „1 1/2 Tagwerk Wiesen im Craciers Grund, stoßen an den Milchbach und Hans Streitlen) und ertragen jährlich 11 Pfdt, ist von den Heiligenpflegern erkauft worden im Jahr 1510, welches zu erweisen aus einem Eigenbrief und in alten Registern“. 1510: 300 fl der Hassoldin zu Kehlmünz für die Wiesen. Vermutlicher Pächter: 1514 - 19 Wolf Schuhmann zu Prünst. Die Wiese wurde erst um 1700 wieder aufgefunden und am 26.4.1743 verkauft an Veit Friedrich Lindlein zu Kehlmünz, gegen Erbzins und Handlohn. 1750 Sabine Lindlein 1795 Johann Urban Keim 1802 Johann Leonhard Keim.

5. Zwei Tagw. Wiesen zu Katzwang im Egelsee

Erworben zw. 1510 und 1514. In dieser Zeit größere Zahlungen „an die von Katzwang.“ Vermutlicher Pächter: 1730/31 gibt Leonhard-Hans Reck(en) aus Kornburg ein Darlehen von 400 fl zu 5%. 1742/43 verkauft an Johann Georg Erhard zu Kreuth (Greuth, 2 km SW Katzwang), um 700 fl. 1795 Johann Arnold 1801 Johann Adam, Förster, Müller 1851 Johann Windisch.

6. 2 Tagw. Wiesen zu Bronnamberg, die Geuderwiese, auch Güntherwiese genannt. Vermutlich identisch mit späterer Köhlerwiese.

Bronnamberg gehörte bis in die Zeit nach der Reformation zum Roßtaler Pfarrsprengel.

1508: Hofmann zu Bronnamberg Wiesennutz, ist zwei Tagw. 1674 Halber Teil der Geuderwiese öder Bestand, Georg Bauer, Bronnamberg. Die halbe Geuderwiese dem Gotteshaus heimgefallen. 1731: l Tagw. Georg Adel Banderbach, l Tagw. Pachtwiese 1795: Wolf gang Wening, Br. a. B 1804: Georg Bauer, Wolf gang Meyer 1814: verkauft an Müller Eckert, Ammerndorf 1815: Ehrmann, Bronnamberg

II. Gärten die dem Gotteshaus zinspflichtig waren

1. Garten im Pelzlein (Saalbuch seit 1430: "Im Pöltzl")

1510 Wiedmannin 1512 Wiedmann zu Clarsbach, Michael Wiedmann 1589 Georg Wiedmann, zahlt Handlohn 2 fl 1641/42 Georg Bauer, aus Barbara Wittnerin (!) garten ?

2. Garten im Brünnlein.

(Saalbuch seit 1430: Der äußere Garten gehört Hans Regnold) D: Jakob Riegel, PL Nr. 346 1591 HansKolb 1594 Michael Bermuth, Kaplan (II. Pfr) in Roßthal 1592 - 1601 1595 Hans Kolb. Er bewohnt alte Hausnr. 103, heute Bäckerei Riegel. Vermutlich ist der Garten seitdem bei diesem Haus verblieben. Heutiger Besitzer des Grundstückes, durch den Einsenbahnbau zerschnitten: Martin Riegel, Matzen berg 20.

3. Der Garten auf der Spitz.

D: Plan-Nr. 272 1/2 a Spitzgarten 21 Dez Plan Nr. 274 Spitzgarten l Tagw 62 Dez Plan Nr. 272a Spitzgarten 20 Dez Plan Nr. 272 1/2 b Wiese am Spitzgarten 45 Dez Plan Nr. 272 b Wiese am Spitzgarten 12 Dez Der Urkatasterplan von 1827, siehe Abbildung, zeigt noch die ungeteilten Grundstücke, leider ohne die südliche Begrenzung. Er läßt im nördlichen Teil noch eine gartenähnliche Gestaltung erkennen. Der Eisenbahnbau hat den Garten zerschnitten. Nördlich der Bahnlinie entspricht er etwa dem Bereich des heutigen Kindergartens Richtersgasse 33/35. Im Süden könnte er mindestes bis zum heutigen Heideckweg gereicht haben. Die zweimal eingetragene Zahl 101 bezieht sich auf die Hausnummer des Besitzers, heute Schulstraße 7 (Ludwig Blank, zuletzt Museum). Über den Ursprung des Grundrechtes ist nichts zu finden. Besitzerfolge: Auf sicheren Grund geraten wir erst 1662: Pfr. Johann Stegmann, (in Roßtal 1660 - 74) erwirbt den Garten von der Witwe des Richters Johann Strobäus. Nach ihm besitzt es sein Erbe Stadtschultheis Dreyerlein zu Creglingen. 1701 Johann Wilhelm Satorius, Richter. Er erbaut das Haus, alte Nr. 101. Seitdem blieb der Garten bei diesem Gut. 1730 Elisabetha Sophia Satorius 1733 Johann Kaspar Vogtherr, Notar in Ansbach 1753 Richter Rhau 1794 Joh. Konrad Schmittner 1810 Anna Barbara Schmittner 1845 Johann Leonhard Steigmann 1851 Johann Leonhard Steigmann

III. Der Egersdorfer Güterkomplex

(Auch Egersdorf gehörte bis zur Reformation zum Roßtaler Sprengel) Die Egersdorfer Güter stammen vermutlich von einem adeligen Stifter; 1360 verkaufen Chunradt von Egersdorf und seine Kinder „Unser aygen Gut zu Egersdorf an das Gotteshaus zu Roßtal.“ Ein Chunradt zu Egersdorf 1284 als adeliger Zeuge, 1339 als Bürge. (Wießner, Ortsnamenbuch, Landkreis Fürth).

Aus den vorhandenen Rechnungen und einzelnen Notizen lassen sich vier Objekte erkennen:

  1. Das Gut, Kaufwert 300 - 400 fl
  2. Das Gütlein, Kaufwert 150 fl
  3. Die Hofreith und das Haus, ca. 65 fl
  4. Drei Morgen Egersdorfer Feld, am Steinbacher Weg vor dem Espan.

III. A Bis zum dreißigjährigen Krieg

1. Das Gut, Besitzerfolge:

1606 Peter Schneider, hat das Gut erkauft um 300 fl 1610 Ulrich Neubauer, Wachendorf Neubauers Witwe heiratet Georg Dorn, 30 fl Handlohn 1623 Hans Kastner verkauft das Gut um 300 fl an Melchior Lebender, Großhaslach 1624 Michael Sachs, Beck zu Egersdorf, „das Gut zu Egersdorf“

2. Das Gütlein, Besitzerfolge:

11506 Zull 1509 „als Zull seinen Hof zu Egersdorf den Heiligenpflern übergeben hat, als sie denselben Hof Conradten zu kaufen geben haben“ 1515 zahlt Hans Conradt 15 fl, „hat also sein Gut ganz bezahlt“ 1538 Hans Berwoch (en) (?) 1539 Hans Eber 14 fl Handlohn 1555 Georg Kastner, Egersdorf 1574 Hans Hof mann, Handlohn 13 fl 1593 Hans Hofmann zu Egersdorf Handlohn 13 fl

3. Die Hofreith, das Webergütlein, Besitzerfolge:

1523 Weber 1582 Hans Conradt Egersdorf, die Hofreith, das Webergütlein 1592 Hans Conradt, von seinem Vater erkauftes Gut 1594 Hans Conradt 1599 Hans Wittringer, Egersdorf Sebald Müller, von Hans Wittner (!) erkauft 1608 Georg Neuwirt, von Sebald Müller erkauft 1615 Friedrich Förster, d. J. Cadolzburg, von Georg Neubauer (!) erkauft. (Flüchtigkeitsfehler oder Verwechslung?) um 50 fl 11617 Hans Conradt von Fr. Förster erkauft um 65 fl 1620 Georg Kirchberger, Seukendorf, die Hofstatt 1621 Hans Walter von Zirndorf, kauft Gütlein von Hans Conradt 1622 Hans Jordan, Zirndorf, von Hans Walter erkauft.

4. Drei Morgen Acker, am Steinbacher Weg, vor dem Espan

1593 Friedrich Kieser, Müller zu Ammerndorf, zahlt 15 fl Handlohn "von seinem Garten" (?) 1621 Wolf Kieser verkauft an Endres Reidt 2 Morg. Egersdorfer Feld .150 Handlohn 1625 Andreas Keit (Identisch mit Endres Reidt ?) verkauft an Hermann Ott, Beck zu Ammerndorf 1629 Friedrich Lang, Steinbach

Anmerkung zu III. A:

Die Zusammenstellung gleicht einem Puzzle-Spiel. Irrtümer sind hier nicht auszuschließen. Auffällig ist der häufige, oder jährliche Besitzerwechsel. Offenbar sind hier Aufkäufer, Spekulanten oder Immobilienhändler am Werk, die an einer eigenen Bewirtschaftung der Güter kein Interesse haben.

III. B Im 18. Jahrhundert

1. Das Gut

Es erscheint jetzt unter der Bezeichnung „Das Silberhornsche Gut“ und dazu „die sieben Stücke, die aus dem zerschlagenen Gut stammen“. Besitzerfolge: 1731 Sebastian Silberhorn 1748 Andreas Silberhorn 1749 Leonhard Silberhorn 1753 Leonhard Silberhorns Witwe heiratet Friedrich Hofmann 1791 Friedrich Hofmann 1792 Paulus Hofmann Die „Sieben Stücke“ nach einer Aufstellung von 1795: a. 3/4 Morg. Acker, an das Egersdorfer Gemeindeholz stoßend, Georg Friedrich Zeilinger b. 1/2 Morg. Acker, linker Hand wo der Weg in das Gemeindeholz geht, Michael Rupprecht c. 1/2 Morg. von zwei Morges desselben Ackers, Michael Ruprecht d. l Morg. lohann Georg ? Wittib Apolonia, verheiratete Beck e. 2 Morg. am Steinbacher Weg, Paulus Zehendmeiers Wittib, verheiratete Niedermann f. 11/2 Morg. Paulus Hof mann g. 1/2 Tagw, in der Peunt, Wiesen, Stefan Rupprecht.

2. Das Gütlein

1730: „Ein weiters Gut soll zinspflichtig sein, ist aber nicht mehr auszumachen“

3. Das Haus

1730 Michael Weiß von seinem Häuslein 1790 Barbara Hofmann, Witwe 1795 Sohn Johann Friedrich Hofmann

4. Der Acker am Steinbacher Weg erscheint jetzt unter den "sieben Stücken"!

(Buchstabe e)!

III. C Am Ende der Grundherrschaften

Der Egersdorfer Besitz erscheint bei D in folgender Form: 1. Das Gut Egersdorf 10 PL Nr. (Gem. Steinbach) Barbara Hof mann 839 14 Tagw. 20 Dez 2. Das Gütlein, Haus Nr. 12, nicht das Gütlein, sondern die walzenden Objekte (d. s. Grundstücke, die nicht fest mit dem Gut verbunden sind, sondern frei verkauft werden konnten) 969 a/b 1031 1100 1162 1198 a/b/c Clara Sabina Hofmann, 12 Tagw., 30 Dez 1093 1035 3. Acker und Wiese am Steinbacher Weg, 996 a/b/c, 3 Tagw., 27 Dez Johann Hofmann Egersdor r . Pfalzhausacker, 1167, 3 Tagw., 27 Dez Georg Müller, Egersdorf 5. Gartenacker und Wiese, 825 a/b, l Tagw., 96 Dez Wilhelm Bauer, Egersdorf 6. Acker am Cadolzburger Weg, 167 a/b, 5 Tagw., 17 Dez Michael Müller, Steinbach 7. Schusteracker, 1145, l Tagw., 96 Dez 8. Ein Gütlein, Egersdorf 3, 49, 13 Tagw., 20 Dez

IV. Weinzierlein

1. 2 Morg. Holz und Feld, der Heiligenbuck, auch Baumacker genannt.

V: 1/2 Morg. Heiligenbuck, Erbzins 2 1/2 Kr. Paul Brunner, Weinz., 1/2 Morg. Heiligenbruck, Erbzins 2 1/2 Kr. Joh. Ad. Eberlein, l Morg. Heiligenbruck, Erbzins 5 Kr. Joh. Gg. Winkler, Bronnamberg D: Eberlein Paul Weinz. 63 Dez PL Nr. 389 a 79 Dez PL Nr. 389 b Winkler, Georg, Bronnamb., l Tagw. 27 Dez PL Nr. 389 a l v l Tagw. 60 Dez PL Nr. 389 b

2. Der Fürther Acker

V: 1/2 Morg. Acker am Bronnamberger Weg, der Bronnzogel genannt, und ein Tagw. Wiesen, Erbzins 37 1/2 Kr. D: Fürther Acker 2 Tagw. 28 Dez PL Nr. 275 a/b Wiese am Fürther Acker 83 Dez PL 274 Johann Christoph Eckert Die Thannhäuserin ? Besitzerfolge: Jakob Jordan Roßtal 1615 an Jakob Feiler, Weinz. (könnte sich auch auf IV, 3 beziehen) 1629 Hans Hofmann, Wiese zu Weinzierlein, (Bierbrauer) 1730 Hans Adam Humbser, l Tagw. Wiese, die Thannhäuserin, (Bierbrauer) 1794 Marg. Kath. Meier, Fichtenmühle 1819 Christoph Eckert, Weinz. (Bierbrauer?)

3. Das Langweil-Äckerlein

V: l Morg. Acker in zwei Stücken, dann ein Morg. FeldamBronnambergerWeg! Michael Ruprecht, Weinzierlein. D: Langweil Äckerlein 33 Dez Nr 94 Heiligen Äckerlein l Tagw. 17 Dez 270 1/3 Kernmüllersacker 3 Tagw. 10 Dez 276 a/b Besitzerfolge: 1615 von Jakob Jordan, Roßtal an Jakob Feiler, Weiz. (sie auch IV, 2) 1730 Michael Weiß, Joh. Wilhelm Kern (Kernmüller!) 1749 Nikolaus Ruprecht 1795 Joh. Wolf gang Ruprecht 1835 Michael Ruprecht

4. Die Mühle

V: Eine Mühle mit Wohnhaus, Nr. l und Nebenhaus Nr. 2 eine Stallung, Scheune, Schupfe, Waschhaus nebst Gärtchen, dem Peter Jordan D: Kein Eintrag Besitzerfolge: 1530 Hermann Reiter an Hans Beck 1584 Hans Beck iun. 1625 Adam Kastner 1642/43 Kastner gibt Handlohn von der Mühl 1649 Jakob Leipold 1730 Paul Eccard (Eckert ?) 1795 Joh. Adam Eckert 1800 Christoph Eckert 1835 Georg Peter Jordan

V. Buttendorf

1. V: Zwei Morgen Feld und Wiese Erbzins 5 Kr Michael Kolb, Buttendorf D: Holzacker und Wiese 4 Tagw. 62 Dez. Nr 989 a/b Georg List, Buttendorf Besitzerfolge: 1717 2 Morg. Egerten, an das Herrschaftl. Holz stoßend, wieder aufgefunden 1730 Georg Kolb, 2 Morg. Egerten, so ehemals Feld und Wiesen 1795 Georg Kolb 1815 Georg Kolb 1835 Michael Kolb 1851 Georg List 2. V: l Morg Feld, der Stockacker oder Tabakacker Georg Schroll, Buttendorf D: Acker, Fritzenbücklein 23 Dez Nr 947'/2

VI. Weitersdorf

Das Wirtsgut
V: Erbzins 15 Kr. Korngilt 5 fl, 42 1/2 Kr.
D: Das Wirtsgut Nr. 5 PL Nr 6 a 86 Tagw. 82 Dez
Besitzerfolge:
1508/9 Eber zu Weitersdorf
1641 Georg Jordan
1695 Georg Jordan, von seinen Geschwistern erkauft
1730/31 Georg Jordan zu Weit, gibt Darlehen an Kirche 100 fl
1768 Johann Grossers Eheweib Anna
1795 Anna Maria Grosserin
1851 Konrad Kreiselmeyer

VII. Kastenreuth

D: Acker auf der Markung PL Nr (Weit.) 257 1/2 95 Dez.

Besitzerfolge:
1507–23Ulrich Hofmann, Roßtal?
1592ein Morg. Feld so Ulrich Hofmann genossen, stößt an den Sichersdorfer und Büchleiner Weg, gibt jährlich dem Gottes haus 50 Pfennig und ist dahin zehntbar.
1731Adam Burk (mit Büschen angeflogen)
1791Michael Burk
1795Thomas und Michael Burk 15 Kr
1851Joh. Georg Burk, Kastenreuth

VIII. Stöckach

Zwei Höfe in Stöckach geben den Zehnten von 12 Metzen Korn. Sie sind hand- lohnfrei.

1795 Johann Georg Brunner Johann Michael Burk
Heute Hans Schweiger Hans Eckstein
Erlachstraße 16 Erlachstraße 10

IX. Nürnberg

Zwei Häuser in der Ledergasse zahlen (1730) ein Pfundt Wachs. Sind handlohnfrei.
1547Wolf Dörfler
1633Hans Dörfler
1641Hans Dörfler Kunigunde Wüst(in)!
1730Leonhard Dörfler, Gerber; Wolff Ott, Hausknecht, gibt
1731dem Heiligen ein Darlehen von 100 fl zu 5%, hat es aber bald zurückgefordert, denn
1732gibt die Witwe des Pfr. Schülin 50 fl zur Ablösung des Wolf Ottischen Kapitals.
1750Dörfler, Ott
1791Konrad Dörfler, Johann Georg Schmidt
1819Konrad Dörfler
1835Leonhard Dörfler

X. Vom Abt zu Aurach

„In Bierbach ist ein Zehend vom Abt zu (Münch)aurach bestanden worden und gibt dem Gotteshaus jährlich Zehnten.“

1507 20 fl
1509 16 fl
1513 20 fl
1514 12 fl.

Die Sachlage ist ungeklärt; der Zehnt seit der Reformation vermutlich nicht mehr gezahlt worden. Das Kloster wurde 1532 aufgelöst, die Abtei in ein markgräfliches Klosteramt umgewandelt.

Ein „Bierbach“ gibt es heute nur im Saarland. Es muß wohl „Beerbach“ heißen, entweder südlich von Neustadt/Aisch, heute Gem. Dietersheim, oder östlich von Wassermungenau, Gem. Abenberg. Der Lage wegen – Verbindung zu Münchaurach – ziehe ich das Erstere vor.

Die Fortsetzung im nächsten Heft soll den Roßtaler Besitz darstellen.


Elisabeth Knoll

„unter die Haube kommen…“

Sonderausstellung vom 22. Juni bis 31. Dezember 1997

Anlaß zu dieser Sonderausstellung war die dem MUSEUMSHOF überlassene „Haubenkiste“ der Familien Bogendörfer, Großweismannsdorf, mit fünf wunderbar erhaltenen Bänderhauben. Für unseren großen Haubenfundus ein Glücksfall, denn endlich kann die Form der „Roßtaler Haube“ mit Sicherheit bestimmt werden.

Die Zylinderform der „Roßtaler Haube“, die auch z. B. noch in Bruckberg, Dietenhofen usw. nachgewiesen werden kann, in diesem ländlichen Bereich noch getragen bis ca. 1870, war die Kopfbedeckung der verheirateten Frau und wurde nur zum Kirchgang getragen. Es ist nachgewiesen, daß die Haube speziell für die Person angefertigt wurde, d. h. nach dem Wunsch und nach den finanziellen Mitteln war die Ausführung entsprechend kostbar (Seide, Stickerei, etc.). Eine Frau besaß meist mehrere Hauben, z. B. einfachere Sonntagshauben, Festtags- und Trauer- bzw. Halbtrauerhauben, die von einer Haubenmacherin angefertigt wurden. Nirgends kann die soziale Stellung der Frau besser beurteilt werden als in der Kleidung, wozu natürlich auch die Haube gehört.

Die Haube war immer schon das Attribut der verheirateten Frau!

Bereits schon im Mittelalter, geregelt durch die von der Obrigkeit festgelegte Kleiderordnung für Patrizier, Bürger, Handwerker und Dienstboten, war auch die Dauer des Brautstandes gesetzlich bestimmt. Mit dem Ablauf des zweiten Jahres war das Verlöbnis zu Ende und die „Hohe Zit“ begann, der Hochzeitstermin wurde festgelegt.

Die Hauptzierde der jungen Braut bildete das lange, lose Haar, das Symbol der Reinheit, welches frei und ungebunden den Rücken bedeckte. Der Schleier meist weiß oder gelb und der Myrtenkranz war auch schon im Mittelalter üblich. Die Hochzeit dauerte mindestens drei Tage, auch manchmal eine Woche.

Am Morgen nach der Hochzeit aber band die junge Frau das reiche, lange Haar zusammen und barg es züchtig unter der Haube, oder mit dem „Gebende“, zwei Binden aus Leinwand oder Seide. Die Mädchenzeit war vorüber, sie war nun eine Frau!

Foto

Foto: Dr. Manfred Mümmler, Emskirchen