Sonderausstellung »Patendank«

1989

Sonderausstellung 1989 »Patendank«
Sonderausstellung 1989 »Patendank«
Sonderausstellung 1989 »Patendank«
Sonderausstellung 1989 »Patendank«

Heimatverein Roßtal wartete zum zehnten Jubiläum mit einer Ausstellung auf

Vorbildliche Sammlung

Als bislang umfangreichste zur Thematik „Patenschaftsverpflichtung“ gelobt

ROSSTAL (sch) – Gemeinde und Heimatverein könnten stolz auf die Sammlung zur „Patenschaftsverpflichtung“ sein. Dieses: Lob sprach Dr. Helmut Richter anläßlich des zehnten Jubiläums vom Heimatverein aus, der die Patenschafts-Sammlung dabei erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Nach Richters Darstellung sei dies zweifellos die umfangreichste Sammlung, die je zu dieser Thematik erfaßt worden sei, Roßtal habe Anlaß genug, diese Ausstellung auch als Verpflichtung anzusehen, stamme doch der erste, noch vorhandene Patenbrief aus dem Jahre 1831 aus der Marktgemeinde. Er sei mit „zu haben bei Konrad Silberhorn aus Roßstall“ signiert Ob dieser als Viktualienhändler bekannte Roßtaler selbst der Schreiber dieses Schmuckblattes oder nur Verleger war, sei noch nicht erforscht.

Der Roßtaler Heimatverein habe vor einiger Zeit auf einer Auktion ein weiteres, besonders schönes Stück erwerben können, das 1873 Pateneltern überreicht wurde. Ein rein zufällig entdecktes Silberhorn-Exemplar stellte Aloisia Ludwig aus Unterasbach – neben weiteren Leihgaben – dem engagierten Roßtaler Pfleger-Ehepaar Elisabeth und Herbert Knoll zur Verfügung. In Privatbesitz – und deshalb unverkäuflich – befindet sich ebenfalls ein Schmuckblatt des Roßtalers aus dem vorigen Jahrhundert in Poppenreuth, wußte Dr. Richter.

Die Ausstellung in der heimatkundlichen Sammlung mit weit über 100 Unikaten, die einst dem „Duud“ und der „Duudi“ als Patendank übergeben wurden, spiegeln eine interessante gesellschaftspolitische Entwicklungsphase wider. Neben den gerahmten Stücken, die in der „guten Stube“ der Pateneltern einen Ehrenplatz fanden, gab es später, dem Zeitgeist angepaßt, auch wertvolle, mit dunklem Samt und Silberprägung bezogene Alben; Dieser gute alte Brauch des Patendanks blieb noch bis Mitte dieses Jahrhunderts erhalten, wie ein fast „neues Stück“ in der Ausstellung dokumentiert.

Das Heimatvereins-Geburtstagsfest eröffnete Vorsitzender Georg Helmreich, der betonte, „daß zur Bewahrung unserer Frühgeschichte diese Gründung vor einem Jahrzehnt bitter nötig war“. Er dankte zusammen mit Stellvertreter Pfarrer Dieter Koerber Bürgermeister Karl Schubert für die seit Gründung ausgeübte Vorsitzenden-Amtszeit mit einem Kwapil-Gemälde des künftigen Heimatmuseums, dem Peippschen Anwesen. Schubert dankte und überflog nochmals die breite Basis der zurückliegenden Zeit, die nur durch engagierte Mitarbeiter zu schaffen war.

Kreisheimatpfleger Prof. Helmut Mahr würdigte die Arbeit des Heimatvereins, die ein Spiegelbild Frankens und Roßtals sei. Die Einbindung der Gemeindebürger habe sich bewährt, er zweifle nicht daran, daß auch das neue Heimatmuseum „zu einer Perle in der fränkischen Kultur werde“. Landrat Dietrich Sommerschuh, der Vorsitzende der Fränkischen Arbeitsgemeinschaft, lobte den jungen Jubilar. Dieser habe sich mit viel Ausdauer der Pflege und Erhaltung fränkischen Heimatgutes verpflichtet.

Die Ausstellung ist dieses Jahr noch jeweils am ersten Sonntag im Monat (14 bis 16 Uhr), am Kirchweihsonntag, 13. August, sowie am Martinimarkt (11./12. November) von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Vereine und Gruppen können zudem außerhalb eine Führung mit dem Heimatmuseums-Pflegerpaar Herbert und Elisabeth Knoll unter Telefon 091 27/86 91 (ab 17 Uhr) oder tagsüber (09 11/1 33 31 38) vereinbaren.

Quelle: Fürther Nachrichten