Sonderausstellung

Zwangsarbeit in Roßtal in der Zeit des Nationalsozialismus

Am 8. Mai 2022 wird die Ausstellung »Zwangsarbeit« im Rahmen des Landkreisprojektes „Mitgemacht? - Die NS-Zeit im Landkreis Fürth“ eröffnet. Am Gedenktag des offiziellen Endes des 2. Weltkrieges in Europa (1939–1945) beginnt die bis Herbst dauernde Sonderausstellung zu einem bisher etwas vernachlässigten, düsteren Kapitel der NS-Zeit.

Anhand von mühevoll recherchierten Einzelschicksalen soll ein Schlaglicht auf das Los von Millionen von Menschen, vor allem aus West- und Osteuropa geworfen werden, deren Arbeitskraft vor über 80 Jahren überall im Deutschen Reich und in den eroberten Ländern ausgebeutet wurde. Zwangsarbeiter gehörten zum Alltag – auch in Roßtal.

Der Fokus liegt auf dem landwirtschaftlichen Sektor, denn hier waren die ausländischen Arbeitskräfte in Roßtal eingesetzt, denen es vergleichsweise besser erging als ihren Leidensgenossen in den Städten mit mittelständischem Handwerk und großen Rüstungsbetrieben. Damals war die verbrecherische NS-Weltanschauung mit ihrer menschenverachtenden „Rassenlehre“ durch Propaganda, Manipulation, Indoktrination und schulischer Erziehung tief im Bewusstsein vieler Deutscher verankert.

Rechtlose, diskriminierte, gekennzeichnete „Fremdarbeiter“ standen außerhalb der propagierten „Volksgemeinschaft“. Dennoch – so scheint es – ließ die täglich zu leistende schwere Arbeit und die Belastungen des Krieges die Menschen auf dem Land etwas mehr zusammenrücken, was jedoch nicht bedeutet, dass es neben einem menschlichen Umgang nicht auch im Raum Roßtal zu Exzessen der Gewalt, zu Mord, gekommen wäre.

Ausstellung vom 08.05. bis 30.10.2022
Eröffnung Sonntag, 08.05.2022, 11 Uhr
Öffnungszeiten: jeden Sonntag 14.00 – 17.00 Uhr
Gruppenführungen nach tel./E-Mail Absprache möglich
Ausstellungsort:
Museumshof Roßtal
Schulstraße 13

Quelle: Landkreismagazin 08/2022, S. 17